Ratgeber
Umzugskosten steuerlich absetzen 2026: Was gilt?
Beruflich veranlasste Umzugskosten zählen als Werbungskosten, für sonstige Auslagen gibt es seit 1. März 2024 eine Pauschale von 964 Euro für die berechtigte Person und 643 Euro für jede weitere Person. Bei einem privaten Umzug können Sie 20 Prozent der Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung abziehen, höchstens 4.000 Euro im Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung und Zahlung per Überweisung.

Zwei Wege: beruflicher oder privater Umzug
Wer Umzugskosten steuerlich absetzen möchte, muss zuerst eine Frage klären: Warum ziehen Sie um? Das Steuerrecht unterscheidet zwei Fälle. Ist der Umzug beruflich veranlasst, können die Kosten als Werbungskosten zählen. Ist er privat, etwa weil Sie mehr Platz brauchen oder zu Ihrem Partner ziehen, kommt eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen in Frage. Beide Wege schließen sich für dieselben Kosten gegenseitig aus. Sie können also nicht dieselbe Rechnung doppelt nutzen.
Dieser Ratgeber gibt einen Überblick nach dem Stand Oktober 2026. Er ersetzt keine Steuerberatung. Die Regeln sind im Detail kompliziert, und es kommt oft auf den Einzelfall an.
Beruflich veranlasster Umzug: Werbungskosten
Bei Arbeitnehmern gehören beruflich veranlasste Umzugskosten zu den Werbungskosten nach § 9 EStG. Sie mindern das zu versteuernde Einkommen. Für Selbstständige gilt Entsprechendes als Betriebsausgabe. Die Finanzverwaltung orientiert sich bei der Höhe an den Regeln des Bundesumzugskostengesetzes (BUKG), das eigentlich für Bundesbeamte gilt.
Wann gilt ein Umzug als beruflich?
Nach den Lohnsteuer-Richtlinien und der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs sind vor allem diese Anlässe anerkannt:
- Kürzerer Arbeitsweg: Die Fahrzeit zur Arbeit verkürzt sich durch den Umzug um mindestens eine Stunde pro Arbeitstag, gerechnet für Hin- und Rückweg zusammen.
- Neue Stelle: Sie wechseln den Arbeitgeber oder nehmen erstmals eine Arbeit an einem anderen Ort auf.
- Versetzung: Ihr Arbeitgeber versetzt Sie an einen anderen Standort.
- Interesse des Arbeitgebers: Sie beziehen oder räumen eine Dienstwohnung, weil der Arbeitgeber das verlangt, etwa damit Sie schnell vor Ort sind.
- Doppelte Haushaltsführung: Sie gründen am Arbeitsort eine Zweitwohnung oder geben sie wieder auf.
Private Gründe, die zusätzlich eine Rolle spielen, schaden meist nicht, wenn der berufliche Anlass klar überwiegt. Bei der Ein-Stunden-Regel kommt es auf die tatsächliche Fahrzeit an, nicht nur auf die Kilometer.
Welche Kosten zählen?
Bei einem beruflichen Umzug können Sie die tatsächlichen Kosten ansetzen, soweit sie den Regeln des BUKG entsprechen. Dazu gehören vor allem:
- Transportkosten für das Umzugsgut, also die Rechnung des Umzugsunternehmens
- Reisekosten für die Fahrten zur Wohnungssuche und zum Umzug selbst
- Doppelte Mietzahlungen für eine begrenzte Zeit, wenn sich die Mietverhältnisse überschneiden
- Maklerkosten für eine Mietwohnung
- Zusätzlicher Unterricht für Kinder, der durch den Umzug nötig wird, bis zu einem Höchstbetrag
- Sonstige Umzugsauslagen, entweder einzeln nachgewiesen oder als Pauschale
Die Pauschale für sonstige Umzugsauslagen
Neben den großen Posten fallen viele kleine Ausgaben an: Ummeldung, neue Kfz-Kennzeichen, Trinkgelder für Helfer, Anschluss von Geräten. Statt jeden Beleg zu sammeln, dürfen Sie dafür eine Pauschale nach § 10 BUKG ansetzen. Bei Umzügen aus dem Ausland ins Inland gelten stattdessen die Pauschbeträge der Auslandsumzugskostenverordnung.
Die Beträge legt das Bundesfinanzministerium per BMF-Schreiben fest. Maßgeblich ist das BMF-Schreiben vom 28. Dezember 2023 (Aktenzeichen IV C 5, S 2353/20/10004 :003). Es gilt für Umzüge, bei denen der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts nach dem 29. Februar 2024 liegt, also ab dem 1. März 2024:
- Berechtigte Person: 964 Euro
- Jede weitere Person im Haushalt (zum Beispiel Ehepartner, Lebenspartner, Kinder): 643 Euro
- Berechtigte ohne eigene Wohnung vor oder nach dem Umzug: 193 Euro
- Umzugsbedingter Unterricht: höchstens 1.286 Euro je Kind
Nach unserer Recherche im Oktober 2026 ist kein neueres BMF-Schreiben mit geänderten Beträgen veröffentlicht. Auch das Amtliche Lohnsteuer-Handbuch 2025 führt die Werte ab 1. März 2024. Die Pauschalen werden aber in unregelmäßigen Abständen angepasst. Prüfen Sie daher vor der Steuererklärung, ob für Ihren Umzugstag neue Beträge gelten.
Wichtig: Die Pauschale deckt nur die sonstigen Auslagen ab. Die Rechnung des Umzugsunternehmens setzen Sie zusätzlich in tatsächlicher Höhe an. Erstattet Ihr Arbeitgeber Umzugskosten steuerfrei, können Sie diesen Teil nicht noch einmal als Werbungskosten abziehen.
Privater Umzug: haushaltsnahe Dienstleistungen
Auch wer aus privaten Gründen umzieht, geht nicht leer aus. Nach § 35a Abs. 2 EStG gelten Leistungen eines Umzugsunternehmens als haushaltsnahe Dienstleistung. Der Vorteil wirkt direkt: Er senkt nicht das Einkommen, sondern die Steuer selbst.
- Höhe: 20 Prozent der begünstigten Kosten werden von der Steuer abgezogen.
- Höchstbetrag: höchstens 4.000 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Dieser Betrag gilt zusammen für alle haushaltsnahen Dienstleistungen, also etwa auch für Reinigungskraft, Gartenpflege oder Winterdienst.
- Nur Arbeitskosten: Begünstigt sind Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer. Material wie Kartons oder Verpackung zählt nicht.
- Rechnung: Sie brauchen eine Rechnung des Unternehmens.
- Unbare Zahlung: Die Rechnung muss auf das Konto des Unternehmens bezahlt werden, zum Beispiel per Überweisung. Barzahlung wird nicht anerkannt, auch nicht mit Quittung.
Die Steuerermäßigung gibt es nur für Kosten, die nicht schon als Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Sie gilt für Leistungen im Haushalt in Deutschland oder der EU. Auch Leistungen in der alten und in der neuen Wohnung können begünstigt sein. Das gilt auch für die Mitarbeit beim Privatumzug, für eine Möbelmontage im Haushalt oder für eine Entrümpelung. Rund um Wohnungsauflösungen lesen Sie mehr im Ratgeber Haushaltsauflösung: der Ablauf.
Was auf der Rechnung stehen sollte
Damit das Finanzamt die Kosten anerkennt, sollte die Rechnung einige Punkte klar zeigen. Das ist ein allgemeiner Hinweis, wie eine geeignete Rechnung aussieht:
- Name und Anschrift des Unternehmens und Ihr Name
- Datum und Ort der Leistung, also Auszugs- und Einzugsadresse
- Beschreibung der Leistung, etwa Tragen, Transport, Montage
- Arbeitskosten getrennt von Materialkosten ausgewiesen
- Fahrt- und Maschinenkosten, soweit vorhanden, ebenfalls gesondert
Fehlt der getrennte Ausweis, lässt sich der begünstigte Anteil schwer belegen. Sprechen Sie das am besten schon bei der Anfrage an. Bewahren Sie Rechnung und Kontoauszug mit der Überweisung gemeinsam auf.
So gehen Sie praktisch vor
- Klären Sie, ob Ihr Umzug beruflich oder privat veranlasst ist.
- Holen Sie vor dem Umzug ein Angebot ein. Was ein Umzug kostet und wovon der Preis abhängt, erklärt unser Ratgeber Was kostet ein Umzug?
- Bezahlen Sie per Überweisung, nicht bar.
- Sammeln Sie alle Belege, auch für Fahrten, Makler und doppelte Miete.
- Tragen Sie die Kosten in der Steuererklärung ein. Berufliche Kosten gehören in die Anlage N, haushaltsnahe Dienstleistungen in die Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen.
Sie planen einen Umzug im Landkreis Biberach oder in Oberschwaben? Schicken Sie uns Ihre Angaben über das Kontaktformular. Sie erhalten ein verbindliches Angebot vorab.
Hinweis
Dieser Ratgeber ist keine Steuerberatung und ersetzt sie nicht. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Ob und in welcher Höhe Sie Umzugskosten absetzen können, hängt von Ihrem Einzelfall ab. Fragen Sie im Zweifel eine Steuerberatung oder einen Lohnsteuerhilfeverein.
Quellen
- § 9 EStG Werbungskosten, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
- § 35a EStG Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
- § 10 BUKG Pauschvergütung für sonstige Umzugsauslagen, gesetze-im-internet.de, abgerufen Oktober 2026
- BMF-Schreiben vom 28.12.2023, IV C 5, S 2353/20/10004 :003, Beträge ab 1.3.2024, Zusammenfassung Deloitte Tax News
- Bundesfinanzministerium, Amtliches Lohnsteuer-Handbuch 2025, Anhang 29 IV, Umzugskosten
Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuerberatung. Im Einzelfall fragen Sie bitte Ihre Steuerberatung oder einen Lohnsteuerhilfeverein.
Kann ich einen privaten Umzug von der Steuer absetzen?
Ja, teilweise. Nach § 35a EStG können Sie 20 Prozent der Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten des Umzugsunternehmens von der Steuer abziehen, zusammen mit anderen haushaltsnahen Dienstleistungen höchstens 4.000 Euro im Jahr.
Wie hoch ist die Umzugskostenpauschale 2026?
Nach dem BMF-Schreiben vom 28. Dezember 2023 gelten für Umzüge ab 1. März 2024 964 Euro für die berechtigte Person und 643 Euro für jede weitere Person im Haushalt. Ein neueres Schreiben war bei unserer Recherche im Oktober 2026 nicht bekannt.
Wann gilt ein Umzug als beruflich veranlasst?
Typische Fälle sind ein neuer Arbeitgeber, eine Versetzung oder eine Verkürzung des Arbeitswegs um mindestens eine Stunde pro Tag. Entscheidend ist, dass der berufliche Grund überwiegt.
Darf ich das Umzugsunternehmen bar bezahlen?
Für die Steuerermäßigung nach § 35a EStG nicht. Das Finanzamt erkennt nur unbare Zahlungen auf das Konto des Unternehmens an, zum Beispiel per Überweisung.
Zählen Umzugskartons und Verpackung auch?
Bei haushaltsnahen Dienstleistungen nicht, denn begünstigt sind nur Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten. Bei einem beruflichen Umzug können solche Kosten über die tatsächlichen Kosten oder die Pauschale berücksichtigt werden.
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